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Verein

1911 wurde die Heil- und Pflegeanstalt Gießen am Rande der Stadt gegründet. Auf dem gleichen Gelände soll nun ein Psychiatriemuseum entstehen, das die Anfänge von Medizin und Psychiatrie von der Antike bis in die Gegenwart zeigt. Ein Schwerpunkt hierbei wird das Gedenken an den systematischen Patientenmord im Nationalsozialismus sein.
Der Förderverein Psychiatriemuseum/ Gedenkausstellung Gießen hat sich zum Zweck der Finanzierung und Förderung dieses Museums gegründet und möchte die Gedenkarbeit vorrangig durch die Einwerbung von Spenden und die Förderung des Psychiatriemuseums umsetzen. Dies beinhaltet die Bereitstellung von Mitteln für Hintergrundrecherchen, für die Vermittlung von historischen Wahrheiten und für Aufbau und Umsetzung der Präsentation.
Der Förderverein Psychiatriemuseum/ Gedenkausstellung Gießen wurde 2017 gegründet. Mitglied kann jede volljährige Person werden, die Inhalte und Ziele des Vereins unterstützen möchte.
Der Verein kooperiert mit der Vitos Gießen-Marburg gGmbH sowie mit dem Oberhessischen Geschichtsverein und unterstützt die wissenschaftliche und pädagogische Vorarbeit zum Psychiatriemuseum und der Erweiterung der Gedenkausstellung Gießen.

Museum

Das Psychiatriemuseum wird die Geschichte der Psychiatrie erläutern sowie der Orientierung, der Reflexion und Transparenz psychiatrischen Arbeitens dienen. Es soll Gedenkarbeit leisten, aufklären und unbekannte Aspekte der Psychiatriegeschichte auch fachfremdem Publikum nahebringen. Die Rolle Gießener Psychiater bei der Psychiatriereform der 1970er und 1980er Jahre soll hier gewürdigt werden. Das Museum wendet sich an Einzelbesucher sowie an Gruppen. Das Gelände der Vitos-Klinik bietet sich an für einen Geländerundgang zu den authentischen Orten.

Ausstellung

Wesentlicher Baustein des gesamten Museums wird die Gedenkausstellung "Vom Wert des Menschen" sein. Sie besteht bereits seit 1998 und zeigt die Geschichte der Gießener Heil- und Pflegeanstalt von 1911 bis 1945. Derzeit ist die Ausstellung in 15 Kapitel untergliedert. Inhalte sind die Einrichtung eines Reservelazaretts während des Ersten Weltkriegs; Reformversuche während der Weimarer Republik: das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" und Zwangs-sterilisierung in Gießen; Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung Kranker im "Dritten Reich" durch die "Aktion T 4" sowie den dezentralen Patientenmord.


Bereits ab 1.7.1940 wurde in drei Häusern der Heil- und Pflegeanstalt eine neurologisch-psychiatrische Beobachtungsstation für Mitglieder der Waffen-SS eingerichtet. Die Heil- und Pflegeanstalt Gießen war im September 1940 Sammelanstalt für jüdische Patientinnen und Patienten aus mehreren Anstalten, die von hier aus zur Tötungsanstalt Brandenburg deportiert und dort ermordet wurden. Die Gedenkausstellung wird diese Phase vertiefen und ausbauen.

Ansprechpartner:

Förderverein Psychiatriemuseum / Gedenkausstellung Gießen e.V.
Jonas Breuer/Ulrike Becker
Licher Str. 106
35394 Gießen

E-Mail: Foerderverein.psychmuseum(at)vitos-giessen-marburg.de

Vorsitzende: Monika Graulich

Stellv. Vorsitzende: Dr. Ester Abel

Bankverbindung: Volksbank Mittelhessen, IBAN: DE 2451 3900 0000 6010 2007, BIC: VBMHDE5F

zum Download: Flyer; Beitrittserklärung; Satzung; Pressemeldung;