Abhängigkeitserkrankungen (Sucht)

Eine Substanzabhängigkeit erkennt man im Wesentlichen an der verlorenen Fähigkeit zur freien Steuerung des Konsumverhaltens; Hauptsymptom ist der „Kontrollverlust“. Körperliche Entzugserscheinungen können, müssen aber nicht hinzukommen. Folge einer Abhängigkeitserkrankung können Isolation und der Verlust der sozialen Beziehungen, finanzieller Ruin und Arbeitsunfähigkeit sein.

Abhängig werden kann man von Alkohol, Beruhigungsmitteln, Aufputschmitteln, Schmerzmitteln, Heroin, Kokain, Cannabis, Lösungsmitteln oder Nikotin. Nach dem gleichen Muster funktionieren auch stoffungebundene Abhängigkeiten, bei denen es nicht um eine berauschende Substanz geht, sondern um ein Verhalten wie Glücksspiel, PC und Internet, Essen, Kaufen, Arbeiten oder Sport.

Diagnostik durch Experten ist oft erforderlich, denn der Übergang vom normalen Konsum zum schädlichen Gebrauch und weiter zur Abhängigkeit ist fließend.

Abhängigkeit bzw. Sucht werden von der WHO als zu behandelnde Krankheit eingestuft.

Eine qualifizierte Behandlung der Abhängigkeit widmet sich zunächst der Behandlung von körperlichen Entzugserscheinungen und akuter Folgeschäden. Genauso wichtig ist es, die psychische Ebene der Abhängigkeitserkrankung zu berücksichtigen.

Die im Stoffwechsel des Gehirns verankerte Lernerfahrung („Suchtgedächtnis") begründet meist eine lebenslange Rückfallgefährdung.

Die entsprechend spezialisierten Stationen bieten an beiden Standorten neben der ggf. durch Medikamente unterstützten Entzugs- und Motivationsarbeit auch psychotherapeutische Interventionen an. Komorbiditäten wie Depressionen oder Angststörungen werden individuell berücksichtigt. Anschließend kann die Überleitung in eine ambulante, psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung erfolgen. Eine eigenständige ambulante Beratung zur Diagnostik und Entscheidungshilfe ist über unser Suchtmedizinisches Zentrum ebenfalls möglich.

Bei längeren Krankheitsverläufen empfiehlt sich häufig eine Entwöhnungstherapie von mehreren Wochen, um die psychischen Aspekte der Abhängigkeit zu therapieren. Bei der Vermittlung und der Verlegung in hierfür spezialisierte Einrichtungen sind wir behilflich.

Eine stationäre Aufnahme kann nach telefonischer Anmeldung zeitnah erfolgen.

Unser Behandlungsangebot am Standort Gießen:  

  • Ambulante Behandlung: 
    Suchtmedizinisches Zentrum (SMZ), Tel. 0176 – 10403 – 123

  • Stationäre Behandlung:
    Station 6,
     Tel. 0641 – 403 – 255 (Flyer Station 6)
    - Entzugsbehandlung für alkohol- und medikamentenabhängige Patienten,
    - Behandlung von Patienten mit Amphetamin- und Cannabisabhängigkeit,
    - Behandlung von Patienten mit pathologischem Glücksspiel,

          Station 5, Tel. 0641 – 403 – 265 (Flyer Station 5)
          - Entzugsbehandlung für drogenabhängige Patienten insbesondere von Heroin, Methadon, Buprenorphin und Kokain

  • Ansprechpartner vor Ort:
    Dr. Astrid Dalizda – Leitende Ärztin                                                                             
    Astrid.Dalizda(at)vitos-giessen-marburg.de
    Frerich Strandborg - Leitende Pflegekraft                                                                             
    Frerich.Strandborg(at)vitos-giessen-marburg.de          

  • Übergangseinrichtung für Drogenabhängige, Tel. 0641 - 403 - 312
     

Unser Behandlungsangebot am Standort Marburg: (Flyer - Abhängigkeitserkrankungen)

 

  • Ambulante Behandlung:
    Suchtambulanz, Tel. 06421 - 404 - 310 
  • Stationäre Behandlung (Station 3 und 4):
    Qualifizierte Entzugsbehandlung für Alkohol- und Medikamentenabhängige sowie Abhängige von illegalen Drogen
    Anmeldung über Tel. 06421 - 404 - 279

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