Therapie, Freizeit und Schule

Therapie lebt von Beziehungen 
Alle Kinder und Jugendlichen werden auf der für sie passenden Station mit 15 bis 17 anderen Patienten behandelt. Sie leben dort in einer Kleingruppe von fünf bis sechs Kindern bzw. Jugendlichen zusammen. Jede Gruppe verfügt über Ein- bis Dreibettzimmer, Wohn- Esszimmer und Bad. Die Betreuung rund um die Uhr leistet das Fachpersonal des Pflege- und Erziehungsdienstes, welches den Alltag der Patienten bewältigen hilft, die therapeutischen Angebote unterstützt und die Freizeit mitgestaltet.

Jeder Patient hat dazu zwei Bezugspersonen aus dem Pflege- und Erziehungsdienstes als festen Ansprechpartner und verlässliche Begleiter in der Kleingruppe. Die Fäden der Behandlung laufen beim Bezugstherapeuten zusammen (Arzt oder Psychologe mit besonderen psychotherapeutischen Kenntnissen).

Der Therapeut ist Hauptansprechpartner für die Eltern bzw. für die zuständigen Bezugspersonen. Er stellt gemeinsam mit den Mitarbeitern der anderen Berufsgruppen die Bausteine der Therapie zusammen, die für den Patienten am besten geeignet sind. Dazu wird zunächst die Diagnostik vervollständigt, um die einzelnen Therapiebausteine auf die vorliegenden Probleme bestmöglich abstimmen zu können.

Die Einzeltherapie mit dem Patienten besteht je nach Alter in Spiel- oder Gesprächspsychotherapie. Jungendliche bieten wir auch Gruppentherapie an. Ein Kernstück der Behandlugn ist die Arbeit mit den Eltern bzw. mit den zuständigen Bezugspersonen in Form von Familientherapie oder Beratungsgesprächen. Meist hängt der Behandlungserfolg der stationären Behandlung entscheidend davon ab, wie sehr das Umfeld des Patienten für eine Zusammenarbeit gewonnen werden kann. 

Gespräche sind nicht alles
Das Besondere an der erfolreichen Behandlung von Kindern und Jugendlichen ist der vielfältige Zugang zu ihnen. So erhält jeder Patient neben pflegerisch-erzieherischer Unterstützung und Psychotherapie auch Beschäftigungs-, Arbeits- und bewegungstherapeutische Angebote sowie bei Bedarf eine Sprachheilbehandlung. 

Neben den vielfältigen räumlichen Angeboten der Klinik und den großzügigen Außenanlagen gibt es ergänzende Therapieangebote in der Umgebung wie Klettern, therapeutisches Reiten, Kanufahren, aber auch diue Vermittlung von Praktika in Marburger Betrieben.

Zu den Freizeitangeboten gehören Erkundungen im Wald, Altstadtbummel, Freibadbesuche und Ausflüge. Besondere Höhepunkte sind Zeltfreizeiten, Kanutouren und unser buntes Sommerfest.

Weitere Schritte
Eine stationäre Behandlung kann nur ein erster Schritt zur Hilfe sein. In den meisten Fällen ist eine weiterführende ambulante Therapie notwendig. Diese kann zum Teil in unseren kinder- und jugendpsychiatrischen Ambulanzen oder überwiegend bei niedergelassenen Therapeuten durchgeführt werden. Häufig sind auch Hilfen durch die Heimatschule oder durch die Jugendämter angezeigt. Unsere Lehrer und unser Sozialdienst unterstützen gerne die Anbahnung dieser Hilfen. Wir sind auch behilflich, wenn nach dem stationären Aufenthalt eine geeignete Jugendhilfeeinrichtung gefunden werden soll. Bei Bedarf bieten wir auch tagesklinische Behandlungen an, meist zum Ende einer vollstationären Therapiephase zur Vorbereitung der Entlassung.

Schule ist mehr als Lernen
Während der Zeit des stationären Aufenthaltes liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der schulischen Betreuung durch die auf dem Klinikgelände gelegene Anna-Freud-Schule.

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