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Depression

Etwa zwei Prozent der Kinder im Grundschulalter leiden an depressiven Symptomen. Mit Einsatz der Pubertät nimmt die Häufigkeit zu, sodass ca. sechs Prozent der Jugendlichen an Depressionen unterschiedlichen Schweregrades erkranken. Insbesondere Mädchen sind betroffen.

Es können die „klassischen“ Symptome der Depression des Erwachsenenalters auftreten. Dazu gehören Interessenverlust, Freudlosigkeit, Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit. Je jünger die Kinder sind, desto „versteckter“ kann sich die Depression äußern. Sie kann hinter körperlichen Beschwerden, Versagensängsten, Reizbarkeit oder Lernstörungen stehen. In der Folge sinkt häufig die Konzentration, das Denken fällt schwerer und erscheint langsamer. Auf der körperlichen Ebene können Appetitverlust oder -zunahme auftreten, der Schlaf kann gestört sein.

Manchmal wird das Umfeld auch erst über Begleiterkrankungen auf den „Kern“, die Depression, aufmerksam, nämlich dann, wenn Kinder durch negatives Sozialverhalten auffallen, Ängste entwickeln, die es ihnen beispielsweise unmöglich machen, die Schule aufzusuchen.

Ursache einer Depression kann das Zusammenspiel zwischen Erbanlagen und Umweltfaktoren (belastende Ereignisse) sein. Auch gehen einige körperliche Erkrankungen mit depressiven Symptomen einher. Diese sollten im diagnostischen Prozess abgeklärt werden. Eine Depression kann auch als Begleitsymptom mit anderen kinder- und jugendpsychiatrischen Krankheitsbildern auftreten. Eine sorgfältige Differenzialdiagnostik ist auch schon deshalb unverzichtbar, da unterschiedliche Erkrankungen unterschiedliche Vorgehensweisen erforderlich machen. Eine sorgfältige Erfassung der Symptomatik, des Krankheitsverlaufs sowie der familiären und sozialen Situation ist unabdingbar. Testverfahren können die Diagnostik ergänzen.

Behandlung
Je nach Schweregrad müssen verschiedene Behandlungsansätze verfolgt werden. Bei Selbstmordgefahr ist sofortiges Handeln erforderlich; hier ist eine stationäre Behandlung unumgänglich.

Die Behandlung depressiver Störungen setzt Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie und tiefenpsychologisch fundierte Verfahren im Einzel- oder Gruppensetting ein. Bei jüngeren Kindern geschieht dies in Form von Spieltherapie. Auch nichtsprachliche Therapieformen können zum Einsatz kommen. Gezielte Trainingsverfahren wie das Training sozialer Kompetenzen können das Selbstbewusstsein vergrößern und das Verhalten in Gruppen verbessern. In einigen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung notwendig sein. Die Einbeziehung des psychosozialen Umfelds ist besonders wichtig, ggf. auch unterstützt durch die Jugendhilfe. Manchmal ist es erforderlich, den Patienten aus seinem Umfeld herauszunehmen, wenn es nicht in einem angemessenen Zeitraum zu Veränderungen in der Lage ist.

Neben einer sorgfältigen Diagnostik und einem möglichst frühen Behandlungsbeginn ist eine gute und enge Zusammenarbeit aller Beteiligten wichtig, damit unter der Entwicklung tragfähiger Beziehungen das Kind bzw. der Jugendliche lernen kann, sich selbst zu vertrauen und Hoffnung wächst.